Gewerkschafts- und Personalratsarbeit

 

Personalratsarbeit:

Die Interessen der Kolleginnen und Kollegen an den Realschulen werden von GEW-KollegInnen in den Personalräten für Lehrerinnen und Lehrer an Realschulen vertreten. 
Zu unterscheiden ist einmal der Hauptpersonalrat (HPR) beim Ministerium (MSW) und die Bezirkspersonalräte (BPR) bei den fünf Bezirksregierungen in NRW. Es gibt Bezirkspersonalräte in:

Arnsberg, Detmold, Düsseldorf, Köln und Münster. 

Hier finden Sie die GEW-Personalratsvertreter für Ihren Bezirk.

Am 17.06.2004 wurde ich erstmals als jüngstes Personalratsmitglied über die GEW-Liste in den Hauptpersonalrat beim MSW NRW gewählt. Dort war ich bis zum Sommer 2007 Mitglied (Beginn meiner Sabbatjahres). Im HPR war die Fraktion der GEW mit ihren 4 Personalratsmitgliedern in der Minderheit (der RLV hat 10 Plätze).

Zur Arbeit im Hauptpersonalrat:

Alle Personalratsmiglieder geben Kolleginnen und Kollegen Auskünfte bei Fragen zum Beispiel zu: 
- Einstellungs- oder Beförderungsmöglichkeiten,

- Versetzungsregelungen oder Laufbahnwechsel, 

- APO S I an Realschulen oder Erlasse und

- Umgang bei Übergriffen gegenüber Lehrkräften.

Worin bestand meine Arbeit?

Konkret: 
Je nach Tagesordnung müssen die Sitzungen im Personalrat vorbereitet werden: Worum geht es? Was wollen die Beschäftigten? Was will das Ministerium, der Gesetzgeber, die Parteien? Welche Argumente gibt es? Welche Interessen sind abzuwägen? Allgemein bekannt ist, dass sich die Situation der Beschäftigten in NRW an ihrem Arbeitsplatz Schule zunehmend verschlechtert hat...

Meine Personalratsarbeit war von meiner Arbeit als Vorsitzender der Fachgruppe Realschule der GEW NRW nicht trennbar. Bis zum 01.05.2008 hatte ich diese Funktion und musste sie wegen des Wechsels der Schulform niederlegen. Als Vorsitzender der Fachgruppe wie auch als Hauptpersonalratsmitglied erhielt ich jeden Samstag einen großen DIN A4-Umschlag mit zahlreichen Mitteilungen, deren Studium notwendig ist, um über aktuelle ministeriale Bestrebungen informiert zu sein. Beispiele:

- die Änderung des Arbeitszeitgesetzes am 01.01.2004 (mit der Regelung von Bereitschaftsdiensten; sie gehören - entsprechend des Urteils vom Europäischen Gerichtshof- als Arbeitszeiten. Für Rufbereitschaftsdienste bleibt es dagegen bei der bisherigen Regelung, dass nur die Zeiten der tatsächlichen Inanspruchnahme zur Arbeitszeit zählen, vgl.: www.arbeitszeitberatung.de/dateien/publikationen/infobox.htm),

- die "Verwaltungsmodernisierung" in Zusammenhang mit der Vorlage der "Bull-Kommision" und der Bundesratsinitiative zur Streichung des Art. 33 (5) GG (z.B. mit laufbahnrechtlichen Änderungen),

- oder das Verwaltungsstruktureform-Papier der Staatskanzlei mit Empfehlung des Lenkungskreises an die Landesregierung NRW zur Dienstrechtsreform,

- Änderungen der Mitbestimmung der Beschäftigten (z.B. bei Abordnungen).

Zur Lektüre gehören darüber hinaus auch Mitteilungen des DGB oder anderer befreundeter Gewerkschaften wie z. B. ver.di oder der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Das heißt: Lesen, lesen, lesen, 

Vergleichbar mit Personalratsmitgliedern in den Bezirkspersonalräten musste ich an zahlreichen Sitzungen teilnehmen. Dabei sind die GEW-VertreterInnen in den Bezirkspersonalräten konkreter für KollegInnen an "Schulen vor Ort" sichtbar, weil sie dort vielfältige Termine wahrnehmen müssen: Betreuung und Begleitung bei Dienstgesprächen, zahlreichen Auswahlverfahren für Lehrereinstellungen, Versetzungsverfahren, Ladungen zum Amtsarzt, u.v.m. 

Dagegen bleibt die Arbeit des Hauptpersonalrats weniger sichtbar. Aber gerade in Zeiten der Reformen und vieler (bildungs-) politischer Veränderungen seit dem Regierungswechsel in NRW spielt der HPR eine nicht unwesentliche Rolle der Einflussnahme im Interesse der Beschäftigten. Diese Einflussnahme wird häufig auch über die Gewerkschaften und Verbände wahr genommen, für die ich in der GEW NRW als Vorstandsmitglied die Fachgruppe Realschule nach innen und außen vertrat.

 

( © fgp, Version 05/2008-Textveröffentlichung auf der Seite www.frankpohl.de: 02.05.08)

 


"fgp - Personalrat":  Frank G. Pohl: www.frankpohl.de - fgp -  2008
- zuletzt geändert: 02.05.2008