Projekte innerhalb und außerhalb des Faches Sowi

Der Unterricht in Sozialwissenschaften besteht natürlich nicht nur aus Projekten, aber gerade die Highlights zeigt man ja gern.;-)

Von diesen Projekten erfährst du auf dieser Seite: Drei Jahre lang führte ich zweiwöchige Projektwochen mit Schülerinnen und Schülern des Sowi-Kurses durch, in der als Projektziel die Herstellung einer Radiosendung stand, die im Bürgerfunk gesendet wurde. Dabei sind die Themen von den SchülerInnen sehr unterschiedlich ausgewählt worden: von Europa über Jugendarbeitslosigkeit bis Big Brother.

Neben einzelnen Projekttagen neueren Datums fand die letzte Projektwoche im November 2001 statt.


Sowi-Projektwochen 2000 - "Big Brother"

Im Mai 2000 fand die Sowi-Projektwoche zu "Big Brother" statt. Es wurde gearbeitet zu vielen Fragen des Fernsehens:

- Welche Aufgaben hat das Fernsehen?

- Was will der Zuschauer? Nur Unterhaltung?

- Gibt es wirklich Grenzen der Unterhaltung?


 

Sowi-Projektwochen '98 - "(Jugend-) Arbeitslosigkeit" - Eindrücke und Bericht

Im Unterricht des ersten Schulhalbjahres hatten die SchülerInnen bereits Chancen und Gefahren von Massenmendien kennengelernt, im Herbst war Thema einer Projektreihe auch "Arbeitslosigkeit", bei dem der Diff.-Kurs das Arbeitslosenzentrum und seine Arbeit kennengelernt hatte. Insgesamt stand das Schuljahr im parallel laufenden Politikunterricht aller 9. Klasse unter dem Schwerpunkt "Kennenlernen des Arbeitsmarktes/ Berufswahlvorbereitung", so dass eine erhöhte Interessenlage bei den Jugendlichen für dieses Projekt zu erwarten war.

An die bisherigen Unterrichtsthemen von Politik und Sowi konnte zu Projektbeginn demnach angeknüpft werden, um die thematische Anbindung zum Unterricht herzustellen. Im zweiten Schulhalbjahr war das Unterrichtsthema in Sowi "Europa / EU", wodurch eine didaktische Matrix hergestellt wurde, die im Projekt ihre Verknüpfung und handlungsorientierte Vertiefung zum Themenbereich "Jugendarbeitslosigkeit in Europa und Herford" mit seinem Problemspektrum (sozialer Abstieg, persönliche Folgen, bis hin zu weltpolitisch-ökonomischen Strukturentwicklungen) und Lösungsansätzen finden sollte.

Das Projekte dauerte 2 Wochen vom 04. Mai bis 16. Mai 1998.
In der ersten Woche lag der Schwerpunkt auf der Arbeitsform einer "Medienwerkstatt" zum o.g. Thema. Zur Vorbereitung auf die konkrete Radioarbeit wurde u.a. ein Besuch bei "Einslive" (WDR) durchgeführt. Hier zeigte sich, dass es den Jugendlichen (aber auch der Projektleitung) noch an einigem Fachwissen mangelte. Der WDR-Besuch wurde als sehr erhellend angesehen, zumal die Problem- und Aufgabenstellung den Projektbeteiligten durch die gemeinsame Arbeit am ersten Tag bekannt war und so die Motivation, ausreichend über solche Arbeit informiert worden zu sein, sehr hoch war.

Die "Medienwerkstatt" selbst erforderte parallel einerseits eine inhaltliche Vertiefung (um zum Beispiel für Interviews zielgerichtete Fragen stellen zu können) und eine methodische Arbeit des Mediums "Radio". Hier erwies sich die Kooperation mit Bürgerfunkfachleuten als hilfreich. Schwierig waren hingegen kurzfristig Änderungszwänge. Das Bürgerfunkstudio, in dem wir produzieren wollten, wurde kurz vor unserem Projektbeginn ausgeraubt. Da war es notwendig, flexibel und engagiert Ersatz zu finden, um den wichtigen Teil der "Medienwerkstatt" nicht scheitern zu lassen.

Die Vorbereitung des Projektes erwies sich als genügend und erfolgreich: Viele Gesprächstermine wurden von verschiedenen SchülerInnen wahrgenommen. Kurzfristige, am Wochenende liegende Termine wurden von den Jugendlichen angenommen, was in der regulären Schulsituation nicht möglich gewesen wäre. So ermöglichte auch das Minister-Gespräch mit (jetzt: Ex-) Gesundheits- und Sozialminister Axel Horstmann den SchülerInnen ganz neue Einblicke in die "Politiker", die als Akteure der Politikpraxis im Unterricht zwar eingang finden, aber dort nicht im diskursiven Prozeß mit jungen Menschen stehen.

Auch dass die Jugendlichen schwerpunktmäßig im Arbeitslosenzentrum (ALZ) Herford arbeiteten und dass sie bereits kennengelernt hatten, war ein immenser Vorteil, nicht nur vor dem Hintergrund, dass die Jugendlichen ganz von der normalen Schulalltagssituation "befreit" waren und sich auch so fühlten. Das Arbeitslosenzentrum ist einerseits Kommunikationsort Arbeitsloser, zu denen die Jugendlichen jetzt erste Kontakte bekamen, auf der anderen Seite befindet sich das ALZ im Ortszentrum Herfords, womit für die verschiedenen Projektaufgaben wie Bürger- oder Funktionärsinterviews alles in der Nähe lag.

Der Übergang von der Medienwerkstatt zur Vorbereitung auf den "Tag der aktiven Beschäftigungspolitik" in der zweiten Woche erwies sich auch als günstig. Die SchülerInnen kannten einige Personen von SPD, Grünen, evangelischem Kirchenkreis, Recyclingwerkstatt etc. aus Interviewterminen bereits, als sie konkrete und inhaltliche Arbeit mit den verschiedenen Kooperationspartnern leisten sollten. Die Vorbereitung des Tages bedeutete in der zweiten Woche auch für die praktischer orientierten SchülerInnen einen Motivationsschub.

Die Fokussierung auf einen (für Projekte klassischen) abschließenden Präsentationstages im Rahmen eines öffentlichen Aktionstages bildete für die SchülerInnen die Gelegenheit auch mit Bürgern direkt zu kommunizieren. Als "Informierte" zeigten sich die Jugendlichen teilweise schockiert über die Unkenntnis ihrer erwachsenen Mitbürger zu Lösungsansätzen der Jugendarbeitslosigkeit in Europa und in ihrer eigenen Stadt.

   

 


"SOWI - Projekte":  Frank G. Pohl: www.frankpohl.de - fgp - Version 4 -  01/2007